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Erika Siebrasse

Frauenporträts
Ein Tag, mit Kindern gelebt, ist nicht verloren

1970 kam sie mit ihrem Mann und zwei Kindern nach Liblar. Sie hatte das Angebot der evangelischen Kirchengemeinde Liblar, den damaligen zweigruppigen Kindergarten zu leiten, angenommen.
Aus dem kleinen, verträumten Kindergarten mit einer Öffnungszeit von 9.00 – 12.00 Uhr und von 14.00 – 16.00 Uhr wurde eine Kindertagesstätte, die von 7.30 – 16.30 Uhr durchgehend geöffnet war. Im Laufe der Zeit wurde der Kindergarten eine Begegnungsstätte für die ganze Familie: Kinder, Jugendliche, Eltern, Großeltern, ja für die ganze Gemeinde. Da lag es auf der Hand, dass sie auf manchen Feierabend, manches Wochenende oder den einen oder anderen Ferientag verzichtete.

Als Mutter mit zwei Kindern begann sie ihre Tätigkeit in der Kita, als Großmutter mit fünf Enkelkindern ging sie nach 30 Jahren in den Ruhestand, der sich aber bald als „Unruhestand” entwickelte.

Sie sagt:

“Nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben war für mich klar, ein Ehrenamt zu übernehmen. Ich hatte noch so viele Ideen, noch so viel Elan, dass ein Ehrenamt für mich selbstverständlich war, und ich stieg ein in den Fachbeirat des Umweltnetzwerkes.”

Sie schrieb ein Buch, das ein großer Erfolg wurde, und erzählt dazu:

“Es ist ein Büchlein und handelt von einem Waldwichtel, der als letzter und einziger seiner Artgenossen noch in Friesheim unter einer Baumwurzel lebt. Das Buch wurde in einer Pressekonferenz vorgestellt und danach war eine Lawine losgetreten. Titel des Büchleins ist: „Die Geschichte vom Waldwichtel“. Kitas und Schulen aus Erftstadt und über die Grenzen hinaus buchten und buchen Termine im Umweltzentrum Friesheim, um den Wichtel zu erleben. Zuerst erzähle oder lese ich die Geschichte. Danach folgt ein Waldsparziergang; auf den Spuren des Waldwichtels entdecken die Kinder und ich seine Werkstatt, sein Stühlchen, seinen Tisch, Schaukel, Hängematte usw. Der Wichtel kommt aus seinem Wurzelhaus! Er begrüßt die Kinder und verteilt Aufgaben. Auf dem weiteren Weg hat der Wichtel Dinge verteilt, die nicht in den Wald gehören, z.B. ein Apfel an einer Buche, ein Schmetterling aus Märchenwolle usw.. Wir gehen gemeinsam ein Stück durch den Wald mit verbundenen Augen und hören, riechen, fühlen und schmecken. Dann gibt es noch ein Abschlussspiel und die Kinder sind richtig begeistert.”
Ca.70 Schulen und Kitas besuchen jährlich das Umweltzentrum. www.umweltzentrum-erftstadt.de

Mittlerweile gestaltet sie Geburtstags- und Weihnachtsfeiern für Schulen und Kitas und gibt ihre Kenntnisse weiter.

Dazu führt sie aus:

“Viele meiner ehemaligen Kindergartenkinder kamen als Praktikanten oder als junge Eltern wieder und ich konnte sie unterstützen und da ist es mir nicht schwer gefallen, ein Angebot anzunehmen, Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher durchzuführen.
Es ist ein weitläufiges Gebiet, d.h. ich mache Fortbildungen vor Ort für Erzieherinnen und Erzieher zum Thema Märchen. Seit acht Jahren arbeite ich mit der Berufsbildenden Schule in Bergheim zusammen. Für die Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr gestalte ich einmal im Jahr einen Fortbildungstag zum Thema: „Mit Kindern den Wald erleben“. In Theorie und Praxis erfahren die Teilnehmer etwas von der großen Bedeutung der Natur für die Kinder.

Nun habe ich eine neue Herausforderung angenommen, und zwar „Das Haus der kleinen Forscher”.

Die gemeinnützige Stiftung “Haus der kleinen Forscher” engagiert sich mit einer bundesweiten Initiative für die Bildung von Kindern im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik.

Mit vielseitigen Angeboten unterstützt sie pädagogische Fachkräfte dabei, gemeinsam mit den Jungen und Mädchen die Welt und die Phänomene des Alltags zu entdecken und zu erforschen.

Rund ein Drittel aller Kitas im gesamten Bundesgebiet beteiligt sich bereits an Deutschlands größter frühkindlicher Bildungsinitiative und hilft so, die Bildungschancen von Kindern in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik nachhaltig zu verbessern.

Die Stiftung “Haus der kleinen Forscher“  wurde auf Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft,  der Unternehmensberatung Mc Kinsey & Company, der Siemens-Stiftung und der Dietmar-Hopp-Stiftung gegründet. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das “Netzwerk Erftstadt” ist der lokale Kooperationspartner der Stiftung in Berlin. Es ermöglicht den Erzieherinnen, Erziehern und Kinder der Erftstädter Kitas die nachhaltige Begegnung mit naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen. Im “Haus der kleinen Forscher” haben Kinder die Chance, naturwissenschaftliches Fragen, Denken und Experimentieren spielerisch zu lernen. Hier wird bei Kindern die Begeisterung geweckt, unsere Welt und Umwelt verstehen zu wollen.

Dem Erftstädter Netzwerk gehören seit 2008 das Jugendamt, 20 Kitas und das Umweltzentrum in Friesheim an. Hier werden auch die Schulungen der Erzieherinnen und Erzieher durchgeführt.

In Zusammenarbeit mit Cornelia Hütten (Leiterin der Kita Herrig) sind wir seit Beginn mit Begeisterung dabei. Wir werden regelmäßig in Berlin, Wolfsburg und Essen geschult.

Mittlerweile umfasst das Workshop-Angebot eine Fülle von Themen: Wasser, Luft, Forschen und Magneten, Mathematik, “Sprudelgase”, Strom und Energie, Farben und Akustik.

Das “Haus der kleinen Forscher” hat sich in Erftstadt fest etabliert. Jährlich im Mai laden die Kitas die Familien zum Experimentieren und Staunen ins Umweltzentrum ein. Bei vielen Veranstaltungen in Erftstadt ist das Projekt mit einem Forschungsexperiment vertreten. In Kitas gibt es ebenfalls an verschiedenen Nachmittagen Angebote für Eltern und Großeltern.

Die Schirmherrschaft hat Prof. Dr. J.Wanka übernommen.”

Erika Siebrasse hat inzwischen sechs Enkelkinder, und es erfüllt sie, mit Kindern zu arbeiten. Sie ist der Meinung, dass man etwas dagegen setzen muss, wenn man sieht, dass bei vielen Kindern der Fernseher oder der Computer im Vordergrund stehen. Sie findet es wichtig, mit Kindern in den Wald zu gehen, Kindern Zeit und Ruhe zu geben.

Sie sagt: “Wenn Kinder staunend vor einem Spinnennetz stehen bleiben, einen Käfer über die Hand krabbeln lassen und Achtung vor der Natur entwickeln, sehe ich mich in meiner Arbeit bestätigt. Ich bekomme viele Briefe und Danksagungen. Das spornt mich an zum Weitermachen.”

(Das Gespräch führte Brigitte Garcia-Ziemsen.)

19.08.2014
 
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